Freitag, 8. Mai 2015

Tourenradeln

Nach längerem hin und her Überlegen, wo ich mir welches neue Fahrrad kaufen könnte, habe ich mir letztendlich beim Fahrradhändler "um die Ecke" ein Trekkingrad bestellt. Klar, im Internet gab es ebenfalls sehr attraktive Angebote für mein Budget, aber support your local bike dealer! Zumal Fahrrad Röding noch so ein echtes Relikt früherer Zeiten ist, das schon mein Großvater kannte. Herr Röding machte mich auf die Räder der Berliner Traditionsmarke BBF aufmerksam und letztendlich fiel meine Wahl auf das BBF Paris, ein Trekkingrad des mittleren Preissegments mit durchaus angemessener Ausstattung. Gut, gemessen an dem, was in einschlägigen Reiseradforen und -Gruppen als das optimale Reiserad angesehen wird, habe ich eher ein "Billigrad", aber ich sehe das eh etwas differenzierter. Ich möchte ja nicht auf Weltreise, durch die Steppe oder ähnliches radeln. Ich plane auf längere Sicht eher den einen oder anderen Radfernweg kennenlernen und mit der Bahn hin oder zurück reisen. Hierzu werden an meinem neuen Trekkingrad nicht ganz so viele Modifikationen nötig sein. 


Bisher habe ich lediglich in einen kleinen Bikecomputer Sigma BC 5.12 investiert, sowie in ein Segmentschloss und Tour Deluxe Pro Ergogriffe mit integrierten BarEnds von contech, da ich bei den original Griffen relativ schnell Probleme mit einschlafenden Handballen bekam. Der Flaschenhalter stammt noch von meinem inzwischen verkauften Mountainbike. Von diesem habe ich außerdem die Satteltasche mit dem Flick- und Werkzeug zurück behalten. Zudem befinden sich momentan die Ortlieb Back-Roller und die Ultimate4 Lenkertasche der Globetrotter-exklusiven Orange Line auf dem Weg zu mir. Über einen passenden Lowrider für die Suntour Federgabel und die Front-Roller mache ich mir später eventuell mal Gedanken. Davor würde ich erst einmal über etwas griffigere Tourenpedale aus Metall als Ersatz für die doch etwas klobigen Kunststoffpedale nachdenken und vielleicht über einen richtig guten Sattel, wie etwa den Brooks B17. Zum Glück habe ich noch etwas Reserve auf dem Sparkonto, aber erst einmal muss sich das Rad bewähren.

Gerade heute hatte ich auf dem Nachhauseweg mal wieder eine inspirierende, wenn auch erst einmal etwas skurrile Begegnung. Auf dem Gehweg neben der Ampel stand eine vermeintliche Tourenradlerin mit voll bepacktem Fahrrad suchend über eine Straßenkarte gebeugt und wie so oft bei uns in Worms sichtlich desorientiert. Das habe ich schon oft beobachtet und spreche die Radfahrer dann immer gerne an, um zu schauen, ob ich weiterhelfen kann. Alte irische Schule quasi. Das Radwegenetz in Worms ist nämlich extrem mangelhaft gekennzeichnet, wenn überhaupt vorhanden (Die Stadt Worms sucht schon seit längerem verzweifelt einen ehrenamtlichen Fahrradbeauftragten). Neugierig, wie ich war hielt ich also kurz an und sprach die Person an. Geblümtes halblanges Kleid, Leggins und solche hoch geschnürten Damensandalen fand ich als Raddress schon interessant. Die dann doch eher maskuline Gestalt, tiefe Stimme und flache Brust ließen mich dann doch eher auf einen Mann schließen. Kleiner Aha-Effekt, aber ich bin ja tolerant. Viel interessanter war sowieso die Tatsache, dass auf einem der Front-Roller ein DK-Länderaufkleber prangte. Cool! Die Tour sollte von Dänemark kommend nun hinüber ins Elsass und dann am Rhein entlang nach Basel führen. Der/die Radler/in (sorry, bin unschlüssig) war bereits auf der B9 gelandet und wieder umgedreht. Ich freute mich, nach einer kleinen Unterhaltung mit entsprechenden Richtungsangaben helfen zu können und erinnerte mich danach wieder an die eine oder andere Begebenheit in Irland, wo ich diese Art der Hilfsbereitschaft vor Jahren mehrfach kennenlernen durfte. Menschen, die einfach mal anhalten und einen vielleicht ja Hilfe suchenden Reisenden ansprechen. Damals hatte ich mir vorgenommen, das an andere Menschen weiterzugeben. Erneut Auftrag erfüllt :-)

Ach so, habt Ihr eigentlich schon das neue Bike & Travel Magazin kennengelernt? Ausgabe Nummer eins gibt es gerade aktuell für fünf Euro am Kiosk. Es stammt vom Verlag meines abonnierten kajak Magazins. Mal gespannt, wie sich dieser neue Ableger macht.
Kommentar veröffentlichen